Fuerteventura – unsere letzte Station

Auf Fuerte  angekommen sah alles noch sehr vertraut aus. Die eher runden, kargen Felsen, die der Insel ein völlig anderes Aussehen verleihen, als alle anderen Inseln haben. Es gibt so gut wie keine natürliche Vegetation, ausgenommen zahlreicher kleiner Sträucher. Das liegt daran, weil es auf Fuerte so gut wie nie regnet. Auch im Winter nicht. Fuerte ist sehr flach, der höchste Berg ist grade mal gut 800m hoch, deshalb pustet der Passatwind alle Wolken darüber hinweg.

Wir kamen also hier an und es war direkt vertraut. Ich erkannte die Promenade in Jandia. Die kargen, im Vergleich zu anderen Vulkaninsel rundlichen Berge, die spärliche Vegetation. Anfänglich vermisste ich die wilden Bergziegen, aber auch die fanden wir dann recht schnell. Leider viel weniger zahlreich, aber wir waren auch noch nicht im Landesinneren. Und dann, ja dann…. El Jablo. Die riesige Wanderdüne bestehend aus feinstem Wüstensand der Sahara. Goldgelb, so weit das Auge reicht. Die Ostsee hat fantastische, weite Strände, aber der Wüstensand in El Jable toppt alles. Bilder kommen noch, gestern war ich mit Staunen beschäftigt.

Als wir dann noch mitten in dieser tollen Düne ein Areal fanden, auf dem der Sand aufgrund der Feuchtigkeit immer schön fest ist, uuund auf dem man offensichtlich Kiten und Boarden durfte, war es um Torsten geschehen. ???

Fazit: wir schauen nun erstmal nach Häusern hier in Fuerte. 🙂 so für ein halbes Jahr. Mal schauen, ob wir was finden.

 

Die Werbung und die Gier

Ich möchte nochmal an meinen Blogpost von neulich anknüpfen… wisst ihr noch? Als ich von Konsumwahn und Systemzombies schrieb.

Ich frage mich, wie es möglich ist, dass wir zu derart konsumgeilen Systemzombies werden konnten, ohne es zu merken. Und ich möchte da bei einem Buch ansetzen, das ich mal gelesen habe.

Bei dem Buch handelte es sich um einen Kriminalroman mit dem Namen „heiße Glut – Rache ist ein süßes Wort“  oder zumindest ähnlich, es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich es gelesen habe. Es handelt von einer jungen Frau, die als Sündenbock für einen Mord im Milieu mißbraucht wird und lebenslänglich in ein Strafgefängnis für Schwerverbrecher musste. Sie hörte nie auf zu kämpfen und schaffte es schließlich aus dem Gefängnis entlassen zu werden, da sie das kleine Kind des Gefängnisdirektors vor dem Ertrinken rettete. Dieser Fall wurde in den Medien breitgetreten und der Druck der Bevölkerung auf die Justiz, sie forderten vehement die Begnadigung, wurde letztendlich so groß, dass sie tatsächlich entlassen wurde. Und nun begann der genialste Rachefeldzug aller Zeiten. Sie schlug alle ihre Widersacher mit Bravour und vor allem mit Intelligenz. Diese Frau hat mir nachhaltig imponiert, auch wenn sie eine fiktive Person war. So clevere Schachzüge, die man in ihren Grundzügen immer wieder wundervoll auf das echte Leben anwenden kann ?

Nach ihrer Rache (im zweiten Buch) wird sie zu einer cleveren Verbrecherin, die mit Stil und Charme reiche Großkotze, diese selbst mit der Ehrlichkeit nicht so genau nehmen und ihr Vermögen durch Betrügereien und Ausnutzen ihrer Position vermehren, um einen nicht unerheblichen Teil ihres Vermögens erleichtert.

In der Geschichte verbringt sie einige Zeit in einem Vergnügungspark. Von einem zwielichtigen Schausteller lernt sie, wie man die Gier der Menschen gegen sie selbst nutzt. Man macht sie so heiß auf etwas, dass sie leichtgläubig werden, bereit sind Risiken einzugehen, nur um das ersehnte Objekt, die Frau, die weit oberhalb der eigenen Liga spielt, das so lukrative Geschäft zu bekommen. Und werden natürlich gnadenlos überlistet und immer um einiges erleichtert.

Und gerade in diesem Teil steckt so viel Wahrheit, denn die Welt ist ein Vergnügungspark, wir sind die leichtgläubigen Besucher und die großen Konzerne sind der Schausteller, der die Gier und die Leichtgläubigkeit der Besucher des Vergnügungsparks gegen sie nutzt.

Genau das passiert in unserem täglichen Leben mit uns. Ständig wird unsere Gier geweckt. Genau die Gier nach neuem Besitz ist das, was die Werbung, und die Großkonzerne, die dahinter stecken, wecken, damit wir immer mehr und mehr konsumieren. Wir sind bereit Risiken einzugehen, weil die Werbung nicht nur die passenden Artikel, sondern darüberhinaus auch noch den maßgeschneiderten Kredit dafür anpreist, wenn das, was wir durch viel zu viel Arbeit für viel zu wenig Geld verdienen, nicht ausreicht.  Wir sind bereit, uns durch Kredite ans System binden zu lassen, und zwar langfristig. So sind wir schön kontrollierbar. Oder?

Das dritte iPhone in Folge, es muss immer das neueste sein. Das Ding muss ja aber auch der Hammer sein, immerhin campieren Tausende vor den Applestores, um gleich am ersten Tag das neueste Modell zu erhaschen. Ironie off. Wenn das mal keine inszenierte Sache….. nein, lassen wir das, ich bin kein Aluhutträger und vermutlich muss man das auch gar nicht inszenieren, denn die Gier der Menschen nach Besitz  ist längst viel zu groß geworden. Werbung sei dank.

Ist euch schonmal aufgefallen, dass man beinahe nicht leben kann, ohne von Werbung überhäuft zu werden? Überall ist sie und sie hat nur den einen Zweck. Unsere Gier zu wecken, Dinge zu kaufen, ohne deren Existenz wir niemals auf die Idee kämen, dass Wir sie brauchen.

Ich bin nun keinesfalls jemand, der den Fortschritt grundsätzlich verteufelt. Ganz im Gegenteil. Aber es ist in eine Richtung abgedriftet, die sinnlosen Konsum als Ersatzbefriedigung gegen das Leben eintauscht.

Bevor ich mir das nächste Handy, ein neues Objektiv, das neue Modell einer Spiegelreflex, die PlayStation xxx oder den Nintendo yyyy, kaufe, die Liste ist beliebig erweiterbar, gehe ich fünf Minuten in mich und frage mich, ob ich das wirklich brauche, oder ob es nur meine Gier ist, die die Dauerberieselung durch Werbung gerade geweckt hat.

Ich hab schon ne Menge Geld gespart, in dem ich der Gier widerstanden habe. Und bin verdammt froh darum.

Haters gonna hate

Vielen Dank an den ersten Hater auf unserem Blog. Man fühlt sich ja direkt prominent, wenn das eigene Tun schon die Aufmerksamkeit der Unzufriedenen auf sich zieht ????

Ihr wisst nicht worum es geht? Lest den zweiten Kommentar unter dem Post „Horror!“ ???

(Achtung, dieses Posting könnte Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten)

Ich finde es ja schon ein wenig kurios, Ziel von Hatern zu sein. Und in mir kommt die Frage auf, was manche Menschen so denken, die weder uns, noch die Hintergründe kennen. Verwöhnt? ich lach mich weg. Spießig? so hat mich noch nie jemand genannt lach.
Also überlege ich, ob unser Blog vielleicht ein falsche Bild von uns vermittelt. Für Aussenstehende, die uns nicht kennen. die sich die Infos, die unsere Bekannten und Freunde haben, dazudenken müssen.

Deshalb mal ein paar Worte zu uns….
Wir sind eine ganz normale Familie. naja, so ganz normal wohl doch nicht, aber keiner von uns ist mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden und auch heute besitzen wir keine goldenen Löffel, die wir uns in den Mund stecken könnten. Sowohl Torsten, also auch Katy sind schon ganz unten gewesen. Wir haben beide unabhängig voneinander eine sehr bewegte Vergangenheit hinter uns, jeder auf andere Art und Weise, aber ich bin mir sicher, niemand möchte etwas von unseren Erlbenissen damals abhaben 🙂

Trotz allem, was uns widerfahren ist, haben wir nie aufgehört zu träumen und irgendwann haben wir uns gefunden und träumten von da an gemeinsam. Wir haben nie die Hoffnung aufgegeben, etwas Großes erreichen zu können und haben daran gearbeite, bis wir wegen sehr vieler Rückschläge fast den Mut verloren haben. Mitten in unsere inzwischen sehr verhaltenen Träume von einer besseren Welt sind wir in unsere Firma moondrops gestolpert. Mehr unfreiwillig und genötigt. Aber es war gut, und im nachhinein muss ich sagen, ich bin noch nie so gerne zu etwas gnötigt worden lach.

Dies ermöglicht uns, als digitale Nomanden unterwegs zu sein. Natürlich können wir keinen Dauerurlaub machen ,das können wir uns trotz dass es das Schicksal anscheinend gut gemeint hat mit uns -vermutlich weil wir trotz allen Rückschlägen nie aufgehört haben zu versuchen-, natürlich nicht leisten. Das ist auch gar nicht das, was wir wollen. Nein wir möchten nur dort arbeiten, wo wir eine Lebensqualität haben, die das Leben lebenswert macht. Wir möchten nicht mehr leben um zu arbeiten, sondern unsere Arbeitskraft dazu nutzen, uns das Leben zu ermöglichen, das uns glücklich macht. Ohne Tretmühle, ohne Hamsterrad und ohne Konsumwahn. Dazu muss man weder super reich, noch super intelligent sein, man muss einfach nur Prioritäten setzen, eine Idee haben und dem Konsumwahn abschwören.

Neid ist also völlig überflüssig. Im Grunde kann es uns ja jeder nachmachen. Es geht nicht von heute auf morgen, wenn man alles zusammenzählt, haben wir gut und gerne 10 Jahre darauf hingearbeitet, auch wenn uns nicht bewusst war, worauf wir da überhaupt hinarbeiteten. Aber es war kein Hexenwerk. Nur ein Prozess aus Selbstreflektion, Lernen und Selbsterkenntnis. Es kann wirklich jeder erreichen und man muss kein Millionär sein, um sein Leben zu ändern.

Ich möchte mich mit diesem posting auch nicht rechtfertigen, nein, Rechenschaft sind wir ganz gewiss niemandem schuldig. Mir ist nur daran gelegen, zu zeigen, dass es nicht von Einkommen oder der Menge Geld abhängig ist, die man hat, sondern dass es einfach nur eine Entscheidung im Kopf ist, die man treffen muss. Man muss Prioritäten setzen und bereit sein, auf die Komfortzone und die vermeintliche Sicherheit des bisherigen Lebens zu verzichten.

Das ist der einzige Einsatz, den man wirklich bringen muss.

Wie geht es weiter?

An der zweitletzten Station sind wir nun angekommen. Die nächsten zwei Wochen werden turbulent, wir bekommen Besuch,  und es ist an der Zeit, sich ein paar Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll.

Das hoppen von Ort zu Ort ist anstrengend und sehr kostenintensiv. Man sehnt sich danach, mal wieder länger an einem Ort zu bleiben. So lange, dass es sich lohnt, die Koffer auszupacken. So, dass man mal wieder eine Adresse hat. Und wenigstens ein bisschen ein Gefühl von „zu Hause“ aufkommen kann.

Und es ist ja auch nun bei weitem nicht so, dass wir uns das herumziehen von Feriendomizil zu Feriendomizil mal eben einfach so leisten können, nein, wir haben ein großes Opfer gebracht: wir haben unser heißgeliebtes und oft vom Mund abgespartes Wohnmobil geopfert. Zugegeben, der Verkauf brachte ein anständiges Sümmchen ein. Im Gegenzug dazu sind die Kosten für Ferienunterkünfte, Fährüberfahrten und Essen außer Haus (wir kochen sehr oft selbst, aber manchmal geht es nicht anders und manchmal ist man auch faul…) auch nicht gerade gering. So ist unser Einsatz recht schnell, recht stark geschrumpft. Aber unser Plan ging auf, es ist noch genug vom Wohnmobil übrig, um uns nun in aller Ruhe die erste Base zu suchen

Wieso die erste? Tjaaaaa…  die Sache ist die… wir haben festgestellt, dass es sehr viele Orte gibt, an denen man gerne länger bleiben würde… aber eben nicht für immer. Weil irgendwas fehlt. Dieses irgendwas gibt es dann aber an einem anderen Ort, an dem man auch gerne länger, aber nicht für immer bleiben würde, weil auch dort etwas fehlt. Es gibt Orte, die sind im Winter toll, aber im Sommer unerträglich heiß. Orte, die im Sommer grandios sind, und an denen man im Winter eingehen würde, wie eine Primel, weil es beinahe nur Nacht ist. Und mitten in diese Feststellung laß ich einen Blog. Von einer digitalen Nomaden Familie (wie wir), die worldschooling machen und das mit dem sogenannten Slow-Travelling verbinden. Es ist der Blog von Johanna und Ihrer Familie. Ihr findet ihn unter www.weltnah.de. Johann erklärt das Konzept von worldschooling verbunden mit Slow-travelling sehr eingänglich, lesen lohnt sich!

World Schooling – Was ist das? Bildungssystem der Zukunft oder Verwirklichungsdrang der Eltern?

Slow travelling… da war es, das Wort für meine Gedanken. Für unsere Gedanken. Mal langsamer, mal schneller reisen, je nachdem, wie gut es uns gefällt. Aber immer so lange bleiben, dass man eine Möglichkeit hat, in das Land und die Kultur einzutauchen. Gefällt es uns nicht mehr, ziehen wir weiter…

So eine Reise eröffnet einem eine ganze Welt von Möglichkeiten. Und je länger wir unterwegs sind, umso mehr öffnet sich unser Geist für andere, bis dahin ungedachte Gedanken.

Gran Canaria – ich bin überrascht!

Ich muss zugeben, ich hab mich geirrt. Gran Canaria ist entgegen meiner Vermutungen nicht noch schlimmer als Teneriffa… überhaupt nicht! Ich dachte, uns erwartet eine häßliche, vollgestopfte, etwas veraltete Touristenhochburg a La Los Christianos und Las Americas. Zumindest wenn man die noch höheren Einwohnerzahlen pro Quadratkilometer zugrunde legt. Verstopfte Straßen, kurze Strecken, für die man ewig braucht… Aber nein… Touristenhochburg ja, in den typischen Touristenorten. Aber alles sehr viel ansprechender und gepflegter und vor allem weniger steil. ???

Und nur wenige Kilometer hinter der Küste gibt es allerliebste kleine Dörfchen, die wirklich wundervoll sind. Ganz ohne Tourismus. Zumindest erkannte man diesen nicht sofort aufgrund überall in den Himmel ragender, typischer Touribehausungen.

Der Strand ist toll, die Infrastruktur gut, es gibt alles, was man zum alltäglichen Leben benötigt, und das Wetter hier im Süden ist seeehr schön, auch im Winter… im Sommer soll es hier allerdings sehr heiß werden….

Fazit: Gran Canaria ist eine Insel, die wir nicht ausschließen und auf der wir uns ebenfalls vorstellen können, eine Weile zu bleiben.

Nach Regen kommt Sonnenschein

So ist der Lauf der Dinge, auch bei uns. Nachdem wir gestern noch mit ekelbedingter Gelbsucht kämpfen mussten, sind wir am Abend dann in einer wirklich tollen Behausung gelandet.

Ist nich ganz unser Publikum hier, wir sind nun in einem Golf-Resort, das erste Loch ist nur 200m von unserem Haus weg ?, aber das Haus ist richtig, richtig toll. Alles hell, große Fenster, eigener, kleiner Pool, und mehrere tolle Terassen.

Es gibt jeden Morgen kostenlos Brötchen, und wir bekamen ein Begrüßungspaket mit reichlich Lebensmittel und Getränken.

Und das ganze für nur 20€ mehr am Tag, als das Horrorhaus.

Unsere kleine Reise-Welt ist wieder im Lot.

Wobei mir das gestern irgendwann so egal wurde, dass ich auch mit dem Schlafsack am Strand gepennt hätte. Aber meine Männer waren piensig und hatten keine Lust auf Abenteuer…  dann hab ich halt doch die neue Ferienwohnung gebucht, die wir nun bezogen haben.

Und es ist wirklich großartig hier… ❤️

Nun können wir uns noch eine Woche hier wohlfühlen, bevor es weitergeht nach Fuerteventura. Dort erwartet uns ein ebenfalls tolles Haus! Hoffe ich zumindest….

Hier noch ein paar Fotos…

 

Nachtrag… gerade kam ein Telefonat von Booking.com, Unsere Beschwerde war mehr als berechtigt, sie versuchen, dass wir das Geld vom Eigentümer wieder bekommen, sollte der sich quer stellen, haftet Booking.com. Der kleine Ausflug ins Ekelland hat also wenigstens nichts gekostet 🙂

Horror!

Wir sind in einem Horror-Haus gelandet!
Baaaaah ist das eklig hier!

Voll der Schock!

Und das krasseste… wir haben uns ein „Luxushaus“ gegönnt… das ungefähr dreimal soviel gekostet hat, wie unsere anderen Behausungen im Schnitt gekostet haben und es ist mit ABSTAND und zwar mit großem Abstand das übelste Loch in dem wir bislang waren. uuuuuuuaaaahhhhhhhh…

Der Aussenbereich ist geil.. Pool mit Fernblick, geniale Terasse mit Sonne von Morgens bis Abends. Aber getreu nach dem Motto: aussen Hui, innen Pfui. bääh!

Aber seht selbst…

Hier bleiben wir keinesfalls! Lieber schlaf ich im Auto!
Beim fotografieren wurde mir zwischenzeitlich mal schlecht.

Wir haben nun mehrere Anfragen für andere Wohnungen gestellt und hoffen, wir kommen hier schnellstmöglich raus.

Gedanken, Schwierigkeiten und wie man sie meistert.

Hach, nun geht es schon weiter… wir sitzen auf der Fähre, die uns von La Gomera wegbringt. Sie poltert und rumpelt gerade aus dem Hafen.

Nächstes Ziel ist Gran Canaria. Meine Lust auf diese Touristenhochburg hält sich in Grenzen. Ich wäre ja lieber noch in Gomera geblieben. Vor allem finde ich doof, dass wir für die schönen Inseln immer so wenig Zeit haben,  während wir in den Touristenhochburgen, die mich so gar nicht anmachen, immer länger bleiben, um dann irgendwelchen doofen Touristenbeschäftigungen nachzugehen. Ich würd ja lieber Menschen kennenlernen, als Kartbahnen, Kletterparks und Surferspots abzuklappern.

Und schon sind wir beim Thema, das ich heute eigentlich aufgreifen wollte. Den weniger schönen Seiten eines solchen Trips.

Natürlich ist nicht alles immer eitel Sonnenschein. Ebenso natürlich berichte ich aber lieber von den Sonnenseiten. Aber auch von den Schwierigkeiten möchte ich mal berichten.

So ein Trip ist wundervoll, großartig, aufregend. Aber man kommt auch oft an seine Grenzen,  wenn man sich wie wir aus der Komfortzone herausbewegt. Man muss unkalkulierbare Ärgernisse überwinden, sich täglich seinen Ängsten stellen und auf engem Raum 24/7 miteinander auskommen, was auch bedeutet, dass man sich gelegentlich mal anzickt. Letzteres passiert bei uns meistens an Reisetagen. Da Torsten ja immer fahren muss (der MBulli ist mir einfach zu groß, um ihn durch die engen Serpentinen zu manövrieren), ist er an Fahrtagen meistens grundgenervt (was ich durchaus verstehen kann, die Fahrerei ist als Beifahrer schon Mega anstrengend, als Fahrer natürlich noch mehr) was wiederum dazu führt, dass ich binnen kurzer Zeit ebenso genervt bin, und wenn ich dann meine Angst vor den steil abfallenden Strassenbegrenzungen in den Serpentinenstraßen nicht ganz unter Kontrolle habe und aufschrecke, geht das Gezicke los. Am besten geht man sich dann aus dem Weg. Oder schweigt einfach mal. Dann wird das wieder ?? Im Grunde ist es nicht anders, als zu Hause, wenn wir gemeinsam arbeiten ?

Was uns auch hin und wieder zu schaffen macht ist, diese Heimatlosigkeit. Ich vermisse eigentlich nichts aus Deutschland, aber gelegentlich wünsch ich mir unser eigenes Bett, mit meiner Decke und vor allem unser Sofa herbei. Das Gefühl ist weniger doll, wenn wir in einer schönen Unterkunft sind. Aber wenn man dann in einer abgelebten Wohnung mit durchgesessenen Sofas und Betten für 2 Personen in 140cm Breite landet, vermisst man schonmal seine eigenen . ??? man ist halt doch ganz schön verwöhnt.  Nun, wo wir aber so viele Rucksacktouristen getroffen haben, die auf dem Boden unter dem Sternenhimmel schlafen und deren Sofa der Sand am Strand ist, hab ich mir fest vorgenommen, darüber nicht mehr zu lamentieren, sondern mich zu freuen, dass wir auf unserer Reise überhaupt in Betten schlafen und auf Sofas sitzen dürfen.

Blöd ist auch, dass wir wegen der Hunde nur so wenig Auswahlmöglichkeiten bei den Unterkünften haben, so dass wir nehmen müssen, was wir bekommen, und nicht immer in der Gegend landen, in der wir gerne wären.  Ich hätte nie gedacht, dass es so problematisch ist, mit Hunden adäquate Unterkünfte zu finden.  Aber unsere drei Fellnasen sind nunmal da, also müssen wir uns arrangieren. Trotzdem ist es natürlich schade, wenn man dann in den kalten Norden in die Berge einer Insel muss, obwohl man lieber im warmen Süden am Strand wäre.

Wir müssen uns da wohl angewöhnen, den Wohlfühlfaktor der Unterkunft nicht in unsere Überlegungen mit einzubeziehen, ob diese Insel zu uns passt oder nicht.

Ich hoffe, zumindest der letzte Punkt wird besser, sobald der März und damit die Hauptsaison auf den Kanaren  vorüber sind. Wir haben ohnehin nur noch Gran Canaria und danach Fuerte geplant und gebucht. Danach geht es spontan weiter 🙂

So, nun  wisst ihr, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist, und auch wir uns mit Problemen, Ängsten und Sorgen auseinandersetzen müssen. Trotzdem ist es die beste Erfahrung meines Lebens und ich bereue sie kein Stück 🙂

 

La Gomera

Ich sitze ungelogen schon seit Tagen an einem neuen Blogbeitrag, weil ich euch so gerne La Gomera und unsere Erlebnisse schildern wollte, aber ich bekomme nichts zusammen. Es liegt einfach daran, dass es mir an passenden Worten fehlt.

Es ist so unbeschreiblich schön hier. Dieser Ort tut der Seele so unendlich gut.

Der zentrale Platz vom Valle Gran Rey ist der Plaza in La Playa. Dort findet das ganze Leben statt. Man trifft sich, egal ob Rucksacktouristen, Einheimische, nicht-mehr-heim-Gefundene, oder „normale“ Touristen. Man trifft sich, man redet, man teilt Ansichten und Geschichten ebenso wie Getränke und Joints. 🙂

Und alle zieht er an, der magische, einmalige Flair dieses Ortes. Es gibt ne Menge Menschen, die einst 10 Tage Urlaub machen wollten und nun schon mehrere Jahre hier sind. Es ist so leicht, sich hier wohlzufühlen, so leicht hier alle Sorgen zu vergessen. Man blickt auf den Atlantik, fühlt, hört und sieht seine gewaltige Kraft und man realisiert, wie klein man selbst ist und wie unbedeutend so manches Problem auf einmal wird. Es spielt hier keine Rolle, woher du kommst, wohin du gehst, wie du aussiehst ist völlig Wurscht. Hier gibt’s es keine Menschen, die Schaulaufen machen und sich an Originalität ihrer Outfits übertreffen wollen, wie das ist anderen Touristenorten am Abend so üblich ist. Hier gibt es keine Bettenburgen. Keine Diskotheken. Nur wenige gemütliche Restaurants und Bars.

Aber der schönste Ort ist ohnehin der Plaza am Abend. Wenn die Sonne untergeht und alles was Füße hat sich am Strand an der Mauer versammelt, um den Sonnenuntergang zu feiern. Ja, in La Gomera wird der Sonnenuntergang gefeiert. Jeden Abend. Alle versammeln sich. Die etwas angegrauten Hippies kommen mit ihren Trommeln an den Strand und begleiten den Weg der Sonne in den Atlantik mit rhythmischen Klängen. Diese Melodie aus Meeresrauschen, Trommeln und Menschengemurmel werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen.

Ist die Sonne untergegangen, kommen meist noch Feuerkünstler und tanzen mit ihren Flammen zu den Klängen der Trommeln. Die Kinder rennen mit ihren Fußbällen über den Plaza, kicken sich Bälle zu, während Touristen darüber laufen und gelegentlich mitspielen. Niemand stört sich an irgendetwas, alle haben ein Lächeln auf dem Gesicht, Oft entstehen spontane Partys, die aber ausnahmslos früh enden. Gegen 23:00 Uhr geht Gomera schlafen, um am nächsten Tag wieder fit für Wellen, Wind, Sonne und Frieden zu sein.

 

Der letzte Tag auf la Palma

Heute ist unser letzter Tag auf der Isla Bonita. Nochmal Wäsche waschen, alles packen, eine Runde Autotetris spielen  – Torsten ist darin inzwischen ein wahrer Weltmeister – dann geht es morgen früh um 5:30 Uhr mit der Fähre auf La Gomera. ( wer kommt eigentlich auf die Idee, die einzige Fähren von hier nach da um 4:00 und um 5:30 Uhr abfahren zu lassen? ). Das bedeutet für uns, heute Abend zeitig zu Bett gehen und um 2:00 Uhr nachts wieder aufzustehen.

Der Abschied von La Palma fällt nicht leicht. Ich hab mich hier sehr wohl gefühlt, was nicht zuletzt an unserer grandiosen Unterkunft gelegen hat. Und an den Menschen hier und der generell friedlichen Stimmung hier.  Wo passiert es einem schonmal, dass man einen Weg entlang läuft, einem wildfremde Menschen entgegen kommen, die einen erstmal in den Arm nehmen und so liebevoll begrüßen?

Aber ich freu mich auch unheimlich auf La Gomera. Auf das Valle Gran Rey, auf die vielen Musiker, die dort anscheinend jeden Abend irgendwo musizieren, auf unser Feriendomizil, dass nur 60m Fußweg vom Strand entfernt ist und darauf, die Insel kennenzulernen, die mich von den Kanaren am meisten fasziniert.

Bis es soweit ist und ich von Gomera aus berichten werde, hier noch ein paar Fotos aus La Palma.