Völlig verpeilt..

Es wird ganz dringend Zeit für Alltag.

Ich blättere grade durch meine Chronik bei Facebook und lese: Wünsche euch allen einen schönen Freitag.

Ich lachte und wollte schon drunter posten: „du Eule, heute ist Mittwoch!“

Dann kam ich ins Grübeln, ob nicht doch schon Donnerstag ist, und hab schließlich in den Kalender geschaut. Freitag! ?????

Verdammt! Wo bitte ist mein Zeitgefühl hin?

 

 

Die erste Woche…

…. als Majoreros (so nennen sich die Einwohner Fuerteventuras) ist beinahe vorbei.
Beinahe alle wichtigen Amtsgänge und Besorgungen sind erledigt, wobei es sich zu einem wahren Abenteuer gestaltete, hier ein Bankkonto zu eröffnen. Wer der Bürokratie Deutschlands entfliehen möchte, ist in Spanien definitiv FALSCH! lol
Aber nach gefühlt 28 Versuchen, und unzähligen Dokumenten, die wir besorgen mussten haben wir es doch geschafft, ein Bankkonto ist eröffnet..

Nun haben wir nur noch eine Hürde zu bewältigen, Internet zu beantragen. Das wollen wir gleich tun und dann…. kann der Alltag losgehen!

Wir haben uns alle schon gut eingelebt hier und ich fühle mich wirklich schon richtig zu Hause.. ein schönes Gefühl nach drei heimatlosen Monaten.

Ein bisschen Alltag ist auch schon eingezogen, die Jungs lernen jeden Tag fleißig und haben riesigen Spaß daran, ihren Unterrichtsstoff online und am Tablet zu bewältigen. Ich hab meine Jungs noch nie so begeistert lernen gesehen. Das Gute ist, sie können sich die Kapitel, die sie lernen wollen, frei auswählen. Aus allen Fächern, und aus allen Klassenstufen.
Meistens beschränkt sich Ihre Fächerauswahl jedoch auf Deutsch, Mathe, Sachunterricht und Spanisch 🙂 reicht ja auch… so wichtige Dinge wie Religion lassen wir (sie) ganz galant unter den Tisch fallen… dafür lernen sie Wichtiges über Lerntechniken, über Sozialverhalten und das richtige Kommunizieren miteinander.

Auch wenn die anfängliche Begeisterung und das am liebsten 24-Stunden-lernen-wollen bereits etwas abebbt, bin ich mehr und mehr davon überzeugt, dass Kids eigenverantwortliches Lernen viel mehr zu Gute kommt, sie viel mehr verstehen und vor allem wesentlich mehr bereit sind, freiwillig zu tun. Ich musste auf jeden Fall schon ganz viele Fleißsternchen verteilen lach, weil alle beide immer weit über unsere Erwartungen hinaus arbeiten. Ich bin mal gespannt, wie sich das bis Ende August entwickelt, so lange sind sie ja ganz offiziell von der Schule befreit und haben die Möglichkeit, das Freilernen zu geniessen und zu erleben.  Ich würde mir wünschen, dass es so gut klappt, dass sie ihre komplette Schuldbildung frei erlernen können und somit ihre Interessen und Begabungen optimal gefördert werden können..

Lassen wir uns überraschen 🙂

Vom Weg zum Ziel

Wie die meisten von euch schon wissen : Wir sind angekommen. In einem wundervollen Haus in Castillo Caleta Fuste. Auf Fuerteventura.

Caleta de Fuste ist ein kleiner Touri Ort, mit Babybadebucht ohne Wellen. Ganz niedlich, es gibt weitgehend alles was man braucht, den Rest gibt es im 11 km entfernten Einkaufszentrum in Puerto del Rosario.

Wir haben es also wirklich geschafft.

Es war nicht einfach, den Weg dahin zu meistern. Innerliche Unruhe,  Zweifel,  Ängste. Das waren zumindest meine Begleiter der letzten Tage. Zwischenzeitlich hätte ich am liebsten die Segel gestreckt und das Abenteuer abgebrochen und ab zurück in die Komfortzone mit ihrer scheinbaren Sicherheit. Zum Glück hab ich während der letzten Tage in Sebastians Buch wireless life gestöbert und er beschrieb genau dieses Gefühl als den Moment,  an dem man seine ganz persönliche Komfortzone hinter sich lässt. Immer dann, wenn man diese Ängste spürt und überwindet, wächst und reift man.

Heute schon bin ich wieder froh, dass wir den Schritt gewagt haben. Es fühlt sich richtig an 🙂

Ich bin froh, den Weg gegangen zu sein, der uns zu dem vorläufigen Ziel gebracht hat. Nun heißt es ankommen und dann stehen viele neue Arbeitsprojekte an, die umgesetzt werden wollen. Es bleibt also spannend. Denn jedes Ziel ist auch der Anfang eines neuen Weges.

Aufregung pur

Die Zeit momentan ist so aufregend, die Ereignisse prasseln auf uns nieder, und Zeit zum Durchatmen gibt es kaum.

Wir müssen täglich Entscheidungen treffen, uns mit Absagen abfinden, Zweifel bekämpfen und dabei versuchen, keine Mutlosigkeit aufkommen zu lassen.

So langsam sehnen wir uns alle nach einem zu Hause. Nach einem Bett, das nach uns riecht, nach der eigenen Couch, nach einem Ort, an dem man sich heimelig fühlt.

Merkwürdigerweise hat die Insel dies schon geschafft. Sie ist ja relativ klein und überschaubar und ich fühl mich schon fast daheim, wenn wir über die Insel fahren.

Fuerte hat ja eine ganz eigene Schönheit. Die Insel ist karg, sehr karg. Es gibt sehr wenig bis gar kein natürliches Grün. Lediglich im Inselinneren findet man auch mal eine Wiese, oder anderes Grüngewächs.

Wer also Palmen, Wald und Blumen  erwartet, wie auf La Gomera oder La Palma, der wird hier enttäuscht werden.

Stattdessen findet man aber großartige Strände, und im Hintergrund sanfte Hügel, mit Lavafingern, die in die Täler auslaufen. Wundervolle Formationen, wie ich finde. Diese sanften Rundungen haben eine ganz spezielle, beruhigende Wirkung auf mich.

Je nachdem, wo man sich befindet, hat man einen herrlichen Fernblick über weite Täler, mit ihren weitläufigen Siedlungen, und den wenigen, höheren, vulkanischen Erhebungen im Hintergrund. Oder eben mit freiem Blick auf den Atlantik im Hintergrund.

Ich mag diese Insel sehr, mit ihrem minimalistischen Charme, ihren wilden Bergziegen und den wirklich wundervollen Stränden.

Die Insel hat mich gepackt. ( Bilder gibt es, wenn kein Calima mehr ist, man sieht aktuell nicht wirklich weit, das ist wie bei mittlerem Nebel in Deutschland, nur mit dem Unterschied, dass es hier dann wärmer wird, und nicht kälter)

Und nach zwei Wochen intensiver, zermürbender, anstrengender Wohnungssuche sieht es aus, als wären wir fündig geworden.

Wir haben ein echtes Schätzchen gefunden, von dem uns nur noch die N.I.E Nummer und eine Unterschrift auf dem Mietvertrag trennen.

Wenn also alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, werden wir nun bald offiziell Spanier 🙂

Drückt uns die Daumen! Wir sind bis Montag zur Untätigkeit verdammt, in Spanien haben die Ämter am Wochenende nämlich auch geschlossen 🙂

Gar nicht so leicht…

…ist die Unterkunftssuche auf Fuerteventura…

Nun haben wir uns entschieden, hier eine Weile zu bleiben, aber die Insel macht es uns nicht unbedingt leicht.

Die wenigen Häuser, die zur Vermietung stehen, sind entweder grade erst vermietet, zu klein, zu naja, zu teuer, oder auf unsere Anfrage meldet sich niemand. Ok Schwierigkeiten sind eingeplant und wenn alles glatt liefe, wäre gespenstisch. Aber dass so gar nichts geht?
Am Montag schauen wir uns ein tolles Haus in la Oliva an, der einzige Besichtigungstermin, den wir in bisher 5 Tagen Aufenthalt hier arrangieren konnten.

Nun müssen wir uns zwangsweise mit Plan B auseinandersetzen. Plan B wäre Gran Canaria. Dort gibt es zahlreiche Wohnungen und Häuser in unserer Preis und Größenordnung. Allerdings eher in den Bergen. Oder im Norden… aber auch in südlichen Gegenden findet man etwas.

Also das Abenteuer wird nun erst so richtig abenteuerlich. Ich finde es gleichermaßen aufregend und spannend, wie beängstigend. Aber ich denke, das haben Abenteuer so an sich 🙂