Natürlich sind wir nicht einfach so aus Deutschland verschwunden. Wir hatten unsere Beweggründe, jeder für sich und nicht unbedingt deckungsgleich.
Es war auch nicht ein Grund. Es waren viele kleine Gründe, die zusammengenommen einen großen Batzen ergaben.
An der Stelle kann ich euch nur einen Einblick in meinen Kopf gewähren.
Ich spürte eine stetig wachsende Unzufriedenheit in meinem leben. Beruflich lief alles bestens, unsere kleine Firma (nein, wir stellen keine Bonbons her :p ) florierte und wir hatten schon in Deutschland ein gutes Leben und genossen es auch in vollen Zügen.
Ich war aber schon immer ein Mensch, der viel nachdachte. Und je mehr ich nachdachte, umso mehr Unzufriedenheit machte sich breit.
Unzufriedenheit darüber, was um mich herum passiert. Es waren eine Menge persönliche Gründe, auf die ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht näher eingehen möchte, die bei der Entscheidungsfindung eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben, ja sogar das Tüpfelchen auf dem i waren, der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte und auch der Tritt in den Hintern, den ich benötigte, um es durchzuziehen.
Ein weiterer nicht unerheblicher Teil von mir dachte also nach.. Und je mehr er nachdachte, umso mehr Missstände wurden diesem Teil von mir bewusst. Missstände auf der ganzen Welt, in Europa, in Deutschland, in Meckpomm und sogar in Hugoldsdorf. Also im Großen und im Kleinen. Angefangen von einem sklaventreiberischen System, das gutes illegalisiert um gewinnbringendes pushen zu können, über die Weltpolitik, beherrscht vom Größenwahn narzistischer Kleinkinder, zu einer duckmäuserischen deutschen Regierung ohne Eier, dem derzeitigen Zustand in Deutschland, den ich als Beginn des dritten Reiches 2.0 sehe und dem leider allgegenwärtigen Terror. Wenn ich Nachrichten schaue, hab ich tagelang Depressionen und Ängste und frage mich so manches Mal, ob es nicht besser wäre, ne Bombe zu werfen und von vorne anzufangen. Dieses allgegenwärtige Elend, der Hass, der Neid, die irrationalen Ängste mancher Menschen vor allem, was sie nicht kennen und verstehen. Diese widerliche Einstellung der „ich bin nicht rechts, aber“ – Menschen.
Da eine Bombe samt Menschheit 2.0 eher Wunschdenken bleiben, und ich nicht mächtig genug bin, um etwas für die ganze Welt zu erreichen, blieb nur ein Weg: Etwas für mich zu ändern.
Ich wollte also weg. Ohne zu wissen, ob es woanders besser werden würde, aber zu verlieren hatte ich schließlich auch nichts..
Und ich hab nichts verloren… Ganz im Gegenteil.. Ich hab sehr viel gewonnen…
Die große Menge an tollen Erfahrungen und großaetigen Erlebnissen mal ausgeklammert, hab ich sehr viel Positives erfahren.
Ich habe in erster Linie erfahren, dass es auch anders geht, als in Deutschland. Ich habe Menschen kennengelernt mit offenem Geist und Wärme im Herzen. Aller nur denkbarer Nationen. Die auf den spanischen Inseln gegenüber den Einheimischen deutlich in der Überzahl sind. Ohne dass die Spanier Ihnen negativ gegenüber stehen. Zumindest hab ich bislang nichts dergleochen erfahren. Ohne, dass sie sich zusammenrotten und niemanden, der anders ist in ihrem Kreis aufnehmen wollen. Ohne Gäste, die sich nicht zu benehmen wissen (ok, Ausnahmen gibt es überall). Ohne Vorurteile, mit einem Lächeln im Gesicht und mit einer unbeschreiblichen Herzlichkeit wurden wir hier, quasi als deutsche Flüchtlinge vor deutschem Denken, aufgenommen und integriert.
Hier wird Nachbarschaftshilfe noch gelebt.. Jeder akzeptiert jeden. Genauso, wie er ist. Jeder darf er selbst sein. Aber niemand käme auf die idee, dabei rücksichtslos zu sein.
Kurz, es gibt es noch, das Paradies der Andersdenkenden aus aller Welt. Nur nicht in Deutschland oder überhaupt in Europa eher selten. Und ich bin froh und dankbar, dass mich die vielen kleinen Gründe, die zu einem großem Batzen wuchsen, dorthin geführt haben
Irgendwie will mir heute kein abschließender Satz einfallen. Aber vielleicht braucht es den auch gar nicht. Es sind ja nur meine Gedanken…