Vom Weg zum Ziel

Wie die meisten von euch schon wissen : Wir sind angekommen. In einem wundervollen Haus in Castillo Caleta Fuste. Auf Fuerteventura.

Caleta de Fuste ist ein kleiner Touri Ort, mit Babybadebucht ohne Wellen. Ganz niedlich, es gibt weitgehend alles was man braucht, den Rest gibt es im 11 km entfernten Einkaufszentrum in Puerto del Rosario.

Wir haben es also wirklich geschafft.

Es war nicht einfach, den Weg dahin zu meistern. Innerliche Unruhe,  Zweifel,  Ängste. Das waren zumindest meine Begleiter der letzten Tage. Zwischenzeitlich hätte ich am liebsten die Segel gestreckt und das Abenteuer abgebrochen und ab zurück in die Komfortzone mit ihrer scheinbaren Sicherheit. Zum Glück hab ich während der letzten Tage in Sebastians Buch wireless life gestöbert und er beschrieb genau dieses Gefühl als den Moment,  an dem man seine ganz persönliche Komfortzone hinter sich lässt. Immer dann, wenn man diese Ängste spürt und überwindet, wächst und reift man.

Heute schon bin ich wieder froh, dass wir den Schritt gewagt haben. Es fühlt sich richtig an 🙂

Ich bin froh, den Weg gegangen zu sein, der uns zu dem vorläufigen Ziel gebracht hat. Nun heißt es ankommen und dann stehen viele neue Arbeitsprojekte an, die umgesetzt werden wollen. Es bleibt also spannend. Denn jedes Ziel ist auch der Anfang eines neuen Weges.

Aufregung pur

Die Zeit momentan ist so aufregend, die Ereignisse prasseln auf uns nieder, und Zeit zum Durchatmen gibt es kaum.

Wir müssen täglich Entscheidungen treffen, uns mit Absagen abfinden, Zweifel bekämpfen und dabei versuchen, keine Mutlosigkeit aufkommen zu lassen.

So langsam sehnen wir uns alle nach einem zu Hause. Nach einem Bett, das nach uns riecht, nach der eigenen Couch, nach einem Ort, an dem man sich heimelig fühlt.

Merkwürdigerweise hat die Insel dies schon geschafft. Sie ist ja relativ klein und überschaubar und ich fühl mich schon fast daheim, wenn wir über die Insel fahren.

Fuerte hat ja eine ganz eigene Schönheit. Die Insel ist karg, sehr karg. Es gibt sehr wenig bis gar kein natürliches Grün. Lediglich im Inselinneren findet man auch mal eine Wiese, oder anderes Grüngewächs.

Wer also Palmen, Wald und Blumen  erwartet, wie auf La Gomera oder La Palma, der wird hier enttäuscht werden.

Stattdessen findet man aber großartige Strände, und im Hintergrund sanfte Hügel, mit Lavafingern, die in die Täler auslaufen. Wundervolle Formationen, wie ich finde. Diese sanften Rundungen haben eine ganz spezielle, beruhigende Wirkung auf mich.

Je nachdem, wo man sich befindet, hat man einen herrlichen Fernblick über weite Täler, mit ihren weitläufigen Siedlungen, und den wenigen, höheren, vulkanischen Erhebungen im Hintergrund. Oder eben mit freiem Blick auf den Atlantik im Hintergrund.

Ich mag diese Insel sehr, mit ihrem minimalistischen Charme, ihren wilden Bergziegen und den wirklich wundervollen Stränden.

Die Insel hat mich gepackt. ( Bilder gibt es, wenn kein Calima mehr ist, man sieht aktuell nicht wirklich weit, das ist wie bei mittlerem Nebel in Deutschland, nur mit dem Unterschied, dass es hier dann wärmer wird, und nicht kälter)

Und nach zwei Wochen intensiver, zermürbender, anstrengender Wohnungssuche sieht es aus, als wären wir fündig geworden.

Wir haben ein echtes Schätzchen gefunden, von dem uns nur noch die N.I.E Nummer und eine Unterschrift auf dem Mietvertrag trennen.

Wenn also alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, werden wir nun bald offiziell Spanier 🙂

Drückt uns die Daumen! Wir sind bis Montag zur Untätigkeit verdammt, in Spanien haben die Ämter am Wochenende nämlich auch geschlossen 🙂

Gar nicht so leicht…

…ist die Unterkunftssuche auf Fuerteventura…

Nun haben wir uns entschieden, hier eine Weile zu bleiben, aber die Insel macht es uns nicht unbedingt leicht.

Die wenigen Häuser, die zur Vermietung stehen, sind entweder grade erst vermietet, zu klein, zu naja, zu teuer, oder auf unsere Anfrage meldet sich niemand. Ok Schwierigkeiten sind eingeplant und wenn alles glatt liefe, wäre gespenstisch. Aber dass so gar nichts geht?
Am Montag schauen wir uns ein tolles Haus in la Oliva an, der einzige Besichtigungstermin, den wir in bisher 5 Tagen Aufenthalt hier arrangieren konnten.

Nun müssen wir uns zwangsweise mit Plan B auseinandersetzen. Plan B wäre Gran Canaria. Dort gibt es zahlreiche Wohnungen und Häuser in unserer Preis und Größenordnung. Allerdings eher in den Bergen. Oder im Norden… aber auch in südlichen Gegenden findet man etwas.

Also das Abenteuer wird nun erst so richtig abenteuerlich. Ich finde es gleichermaßen aufregend und spannend, wie beängstigend. Aber ich denke, das haben Abenteuer so an sich 🙂

Fuerteventura – unsere letzte Station

Auf Fuerte  angekommen sah alles noch sehr vertraut aus. Die eher runden, kargen Felsen, die der Insel ein völlig anderes Aussehen verleihen, als alle anderen Inseln haben. Es gibt so gut wie keine natürliche Vegetation, ausgenommen zahlreicher kleiner Sträucher. Das liegt daran, weil es auf Fuerte so gut wie nie regnet. Auch im Winter nicht. Fuerte ist sehr flach, der höchste Berg ist grade mal gut 800m hoch, deshalb pustet der Passatwind alle Wolken darüber hinweg.

Wir kamen also hier an und es war direkt vertraut. Ich erkannte die Promenade in Jandia. Die kargen, im Vergleich zu anderen Vulkaninsel rundlichen Berge, die spärliche Vegetation. Anfänglich vermisste ich die wilden Bergziegen, aber auch die fanden wir dann recht schnell. Leider viel weniger zahlreich, aber wir waren auch noch nicht im Landesinneren. Und dann, ja dann…. El Jablo. Die riesige Wanderdüne bestehend aus feinstem Wüstensand der Sahara. Goldgelb, so weit das Auge reicht. Die Ostsee hat fantastische, weite Strände, aber der Wüstensand in El Jable toppt alles. Bilder kommen noch, gestern war ich mit Staunen beschäftigt.

Als wir dann noch mitten in dieser tollen Düne ein Areal fanden, auf dem der Sand aufgrund der Feuchtigkeit immer schön fest ist, uuund auf dem man offensichtlich Kiten und Boarden durfte, war es um Torsten geschehen. ???

Fazit: wir schauen nun erstmal nach Häusern hier in Fuerte. 🙂 so für ein halbes Jahr. Mal schauen, ob wir was finden.

 

Wie geht es weiter?

An der zweitletzten Station sind wir nun angekommen. Die nächsten zwei Wochen werden turbulent, wir bekommen Besuch,  und es ist an der Zeit, sich ein paar Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll.

Das hoppen von Ort zu Ort ist anstrengend und sehr kostenintensiv. Man sehnt sich danach, mal wieder länger an einem Ort zu bleiben. So lange, dass es sich lohnt, die Koffer auszupacken. So, dass man mal wieder eine Adresse hat. Und wenigstens ein bisschen ein Gefühl von „zu Hause“ aufkommen kann.

Und es ist ja auch nun bei weitem nicht so, dass wir uns das herumziehen von Feriendomizil zu Feriendomizil mal eben einfach so leisten können, nein, wir haben ein großes Opfer gebracht: wir haben unser heißgeliebtes und oft vom Mund abgespartes Wohnmobil geopfert. Zugegeben, der Verkauf brachte ein anständiges Sümmchen ein. Im Gegenzug dazu sind die Kosten für Ferienunterkünfte, Fährüberfahrten und Essen außer Haus (wir kochen sehr oft selbst, aber manchmal geht es nicht anders und manchmal ist man auch faul…) auch nicht gerade gering. So ist unser Einsatz recht schnell, recht stark geschrumpft. Aber unser Plan ging auf, es ist noch genug vom Wohnmobil übrig, um uns nun in aller Ruhe die erste Base zu suchen

Wieso die erste? Tjaaaaa…  die Sache ist die… wir haben festgestellt, dass es sehr viele Orte gibt, an denen man gerne länger bleiben würde… aber eben nicht für immer. Weil irgendwas fehlt. Dieses irgendwas gibt es dann aber an einem anderen Ort, an dem man auch gerne länger, aber nicht für immer bleiben würde, weil auch dort etwas fehlt. Es gibt Orte, die sind im Winter toll, aber im Sommer unerträglich heiß. Orte, die im Sommer grandios sind, und an denen man im Winter eingehen würde, wie eine Primel, weil es beinahe nur Nacht ist. Und mitten in diese Feststellung laß ich einen Blog. Von einer digitalen Nomaden Familie (wie wir), die worldschooling machen und das mit dem sogenannten Slow-Travelling verbinden. Es ist der Blog von Johanna und Ihrer Familie. Ihr findet ihn unter www.weltnah.de. Johann erklärt das Konzept von worldschooling verbunden mit Slow-travelling sehr eingänglich, lesen lohnt sich!

World Schooling – Was ist das? Bildungssystem der Zukunft oder Verwirklichungsdrang der Eltern?

Slow travelling… da war es, das Wort für meine Gedanken. Für unsere Gedanken. Mal langsamer, mal schneller reisen, je nachdem, wie gut es uns gefällt. Aber immer so lange bleiben, dass man eine Möglichkeit hat, in das Land und die Kultur einzutauchen. Gefällt es uns nicht mehr, ziehen wir weiter…

So eine Reise eröffnet einem eine ganze Welt von Möglichkeiten. Und je länger wir unterwegs sind, umso mehr öffnet sich unser Geist für andere, bis dahin ungedachte Gedanken.

Gran Canaria – ich bin überrascht!

Ich muss zugeben, ich hab mich geirrt. Gran Canaria ist entgegen meiner Vermutungen nicht noch schlimmer als Teneriffa… überhaupt nicht! Ich dachte, uns erwartet eine häßliche, vollgestopfte, etwas veraltete Touristenhochburg a La Los Christianos und Las Americas. Zumindest wenn man die noch höheren Einwohnerzahlen pro Quadratkilometer zugrunde legt. Verstopfte Straßen, kurze Strecken, für die man ewig braucht… Aber nein… Touristenhochburg ja, in den typischen Touristenorten. Aber alles sehr viel ansprechender und gepflegter und vor allem weniger steil. ???

Und nur wenige Kilometer hinter der Küste gibt es allerliebste kleine Dörfchen, die wirklich wundervoll sind. Ganz ohne Tourismus. Zumindest erkannte man diesen nicht sofort aufgrund überall in den Himmel ragender, typischer Touribehausungen.

Der Strand ist toll, die Infrastruktur gut, es gibt alles, was man zum alltäglichen Leben benötigt, und das Wetter hier im Süden ist seeehr schön, auch im Winter… im Sommer soll es hier allerdings sehr heiß werden….

Fazit: Gran Canaria ist eine Insel, die wir nicht ausschließen und auf der wir uns ebenfalls vorstellen können, eine Weile zu bleiben.

Nach Regen kommt Sonnenschein

So ist der Lauf der Dinge, auch bei uns. Nachdem wir gestern noch mit ekelbedingter Gelbsucht kämpfen mussten, sind wir am Abend dann in einer wirklich tollen Behausung gelandet.

Ist nich ganz unser Publikum hier, wir sind nun in einem Golf-Resort, das erste Loch ist nur 200m von unserem Haus weg ?, aber das Haus ist richtig, richtig toll. Alles hell, große Fenster, eigener, kleiner Pool, und mehrere tolle Terassen.

Es gibt jeden Morgen kostenlos Brötchen, und wir bekamen ein Begrüßungspaket mit reichlich Lebensmittel und Getränken.

Und das ganze für nur 20€ mehr am Tag, als das Horrorhaus.

Unsere kleine Reise-Welt ist wieder im Lot.

Wobei mir das gestern irgendwann so egal wurde, dass ich auch mit dem Schlafsack am Strand gepennt hätte. Aber meine Männer waren piensig und hatten keine Lust auf Abenteuer…  dann hab ich halt doch die neue Ferienwohnung gebucht, die wir nun bezogen haben.

Und es ist wirklich großartig hier… ❤️

Nun können wir uns noch eine Woche hier wohlfühlen, bevor es weitergeht nach Fuerteventura. Dort erwartet uns ein ebenfalls tolles Haus! Hoffe ich zumindest….

Hier noch ein paar Fotos…

 

Nachtrag… gerade kam ein Telefonat von Booking.com, Unsere Beschwerde war mehr als berechtigt, sie versuchen, dass wir das Geld vom Eigentümer wieder bekommen, sollte der sich quer stellen, haftet Booking.com. Der kleine Ausflug ins Ekelland hat also wenigstens nichts gekostet 🙂

Gedanken, Schwierigkeiten und wie man sie meistert.

Hach, nun geht es schon weiter… wir sitzen auf der Fähre, die uns von La Gomera wegbringt. Sie poltert und rumpelt gerade aus dem Hafen.

Nächstes Ziel ist Gran Canaria. Meine Lust auf diese Touristenhochburg hält sich in Grenzen. Ich wäre ja lieber noch in Gomera geblieben. Vor allem finde ich doof, dass wir für die schönen Inseln immer so wenig Zeit haben,  während wir in den Touristenhochburgen, die mich so gar nicht anmachen, immer länger bleiben, um dann irgendwelchen doofen Touristenbeschäftigungen nachzugehen. Ich würd ja lieber Menschen kennenlernen, als Kartbahnen, Kletterparks und Surferspots abzuklappern.

Und schon sind wir beim Thema, das ich heute eigentlich aufgreifen wollte. Den weniger schönen Seiten eines solchen Trips.

Natürlich ist nicht alles immer eitel Sonnenschein. Ebenso natürlich berichte ich aber lieber von den Sonnenseiten. Aber auch von den Schwierigkeiten möchte ich mal berichten.

So ein Trip ist wundervoll, großartig, aufregend. Aber man kommt auch oft an seine Grenzen,  wenn man sich wie wir aus der Komfortzone herausbewegt. Man muss unkalkulierbare Ärgernisse überwinden, sich täglich seinen Ängsten stellen und auf engem Raum 24/7 miteinander auskommen, was auch bedeutet, dass man sich gelegentlich mal anzickt. Letzteres passiert bei uns meistens an Reisetagen. Da Torsten ja immer fahren muss (der MBulli ist mir einfach zu groß, um ihn durch die engen Serpentinen zu manövrieren), ist er an Fahrtagen meistens grundgenervt (was ich durchaus verstehen kann, die Fahrerei ist als Beifahrer schon Mega anstrengend, als Fahrer natürlich noch mehr) was wiederum dazu führt, dass ich binnen kurzer Zeit ebenso genervt bin, und wenn ich dann meine Angst vor den steil abfallenden Strassenbegrenzungen in den Serpentinenstraßen nicht ganz unter Kontrolle habe und aufschrecke, geht das Gezicke los. Am besten geht man sich dann aus dem Weg. Oder schweigt einfach mal. Dann wird das wieder ?? Im Grunde ist es nicht anders, als zu Hause, wenn wir gemeinsam arbeiten ?

Was uns auch hin und wieder zu schaffen macht ist, diese Heimatlosigkeit. Ich vermisse eigentlich nichts aus Deutschland, aber gelegentlich wünsch ich mir unser eigenes Bett, mit meiner Decke und vor allem unser Sofa herbei. Das Gefühl ist weniger doll, wenn wir in einer schönen Unterkunft sind. Aber wenn man dann in einer abgelebten Wohnung mit durchgesessenen Sofas und Betten für 2 Personen in 140cm Breite landet, vermisst man schonmal seine eigenen . ??? man ist halt doch ganz schön verwöhnt.  Nun, wo wir aber so viele Rucksacktouristen getroffen haben, die auf dem Boden unter dem Sternenhimmel schlafen und deren Sofa der Sand am Strand ist, hab ich mir fest vorgenommen, darüber nicht mehr zu lamentieren, sondern mich zu freuen, dass wir auf unserer Reise überhaupt in Betten schlafen und auf Sofas sitzen dürfen.

Blöd ist auch, dass wir wegen der Hunde nur so wenig Auswahlmöglichkeiten bei den Unterkünften haben, so dass wir nehmen müssen, was wir bekommen, und nicht immer in der Gegend landen, in der wir gerne wären.  Ich hätte nie gedacht, dass es so problematisch ist, mit Hunden adäquate Unterkünfte zu finden.  Aber unsere drei Fellnasen sind nunmal da, also müssen wir uns arrangieren. Trotzdem ist es natürlich schade, wenn man dann in den kalten Norden in die Berge einer Insel muss, obwohl man lieber im warmen Süden am Strand wäre.

Wir müssen uns da wohl angewöhnen, den Wohlfühlfaktor der Unterkunft nicht in unsere Überlegungen mit einzubeziehen, ob diese Insel zu uns passt oder nicht.

Ich hoffe, zumindest der letzte Punkt wird besser, sobald der März und damit die Hauptsaison auf den Kanaren  vorüber sind. Wir haben ohnehin nur noch Gran Canaria und danach Fuerte geplant und gebucht. Danach geht es spontan weiter 🙂

So, nun  wisst ihr, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist, und auch wir uns mit Problemen, Ängsten und Sorgen auseinandersetzen müssen. Trotzdem ist es die beste Erfahrung meines Lebens und ich bereue sie kein Stück 🙂

 

La Gomera

Ich sitze ungelogen schon seit Tagen an einem neuen Blogbeitrag, weil ich euch so gerne La Gomera und unsere Erlebnisse schildern wollte, aber ich bekomme nichts zusammen. Es liegt einfach daran, dass es mir an passenden Worten fehlt.

Es ist so unbeschreiblich schön hier. Dieser Ort tut der Seele so unendlich gut.

Der zentrale Platz vom Valle Gran Rey ist der Plaza in La Playa. Dort findet das ganze Leben statt. Man trifft sich, egal ob Rucksacktouristen, Einheimische, nicht-mehr-heim-Gefundene, oder „normale“ Touristen. Man trifft sich, man redet, man teilt Ansichten und Geschichten ebenso wie Getränke und Joints. 🙂

Und alle zieht er an, der magische, einmalige Flair dieses Ortes. Es gibt ne Menge Menschen, die einst 10 Tage Urlaub machen wollten und nun schon mehrere Jahre hier sind. Es ist so leicht, sich hier wohlzufühlen, so leicht hier alle Sorgen zu vergessen. Man blickt auf den Atlantik, fühlt, hört und sieht seine gewaltige Kraft und man realisiert, wie klein man selbst ist und wie unbedeutend so manches Problem auf einmal wird. Es spielt hier keine Rolle, woher du kommst, wohin du gehst, wie du aussiehst ist völlig Wurscht. Hier gibt’s es keine Menschen, die Schaulaufen machen und sich an Originalität ihrer Outfits übertreffen wollen, wie das ist anderen Touristenorten am Abend so üblich ist. Hier gibt es keine Bettenburgen. Keine Diskotheken. Nur wenige gemütliche Restaurants und Bars.

Aber der schönste Ort ist ohnehin der Plaza am Abend. Wenn die Sonne untergeht und alles was Füße hat sich am Strand an der Mauer versammelt, um den Sonnenuntergang zu feiern. Ja, in La Gomera wird der Sonnenuntergang gefeiert. Jeden Abend. Alle versammeln sich. Die etwas angegrauten Hippies kommen mit ihren Trommeln an den Strand und begleiten den Weg der Sonne in den Atlantik mit rhythmischen Klängen. Diese Melodie aus Meeresrauschen, Trommeln und Menschengemurmel werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen.

Ist die Sonne untergegangen, kommen meist noch Feuerkünstler und tanzen mit ihren Flammen zu den Klängen der Trommeln. Die Kinder rennen mit ihren Fußbällen über den Plaza, kicken sich Bälle zu, während Touristen darüber laufen und gelegentlich mitspielen. Niemand stört sich an irgendetwas, alle haben ein Lächeln auf dem Gesicht, Oft entstehen spontane Partys, die aber ausnahmslos früh enden. Gegen 23:00 Uhr geht Gomera schlafen, um am nächsten Tag wieder fit für Wellen, Wind, Sonne und Frieden zu sein.

 

La isla bonita

… und es ist keinesfalls übertrieben. La Palma ist wirklich wunderschön.

So grün, so viel Wald und so warm! Selbst auf 800m Höhe, bei der man in Teneriffa morgens und abends vor Kälte zitterte, ist es hier angenehm mild.

Aaaaber, es ist noch kurviger, als Teneriffa . Man braucht für 15 km Weg beinahe ne Stunde… und es ist echt einsam hier. Zumindest hier, wo wir sind. Aber das seh ich nun nicht als Nachteil ??

Dafür ist unser Ferienhaus der absolute Wahnsinn. Hier gibt es alles… eine komplett eingerichtete Küche, mit sämtlichen Haushaltsgeräten, die man zum Kochen braucht. (Ganz im Gegenteil zu den Wohnungen auf Teneriffa). Es ist sauber und mit so viel Liebe zum Detail eingerichtet. Es hat eine Heizung respektive Klimaanlage, wir müssen abends nicht mehr mit dicker Jacke und Hose auf der Couch sitzen. Der Aussenbereich ist genauso wundervoll, eine herrliche Terrasse mit Sitzgruppe und Liegestühlen. Man hat ab 10 Uhr früh Sonne, bis sie untergeht, oder Wolken kommen. Es gibt einen Außenkochbereich mit riesigem Grill und Steinbackofen. Man möchte hier glatt einziehen. ??? Aber ich glaube, die Besitzer nutzen das Häuschen gelegentlich selbst.  Was ich absolut nachvollziehen kann.

Die Vegetation auf La Palma  ist wirklich einmalig. Viele endemische Pflanzen, also Pflanzen, die es ausschließlich auf La Palma gibt, gedeihen hier. Ich werde heute mal mit den Jungs das Internet wälzen und dann machen wir Unterricht in der Natur, und versuchen, ein paar der endemischen Pflanzen zu finden. Da wir nichts pflücken möchten (und auch keine getrockneten Pflanzen mit auf Reisen nehmen können) darf Len eine fotografische Dokumentation machen. Ich hoffe, den Jungs macht es Spaß!