Gedanken, Schwierigkeiten und wie man sie meistert.

Hach, nun geht es schon weiter… wir sitzen auf der Fähre, die uns von La Gomera wegbringt. Sie poltert und rumpelt gerade aus dem Hafen.

Nächstes Ziel ist Gran Canaria. Meine Lust auf diese Touristenhochburg hält sich in Grenzen. Ich wäre ja lieber noch in Gomera geblieben. Vor allem finde ich doof, dass wir für die schönen Inseln immer so wenig Zeit haben,  während wir in den Touristenhochburgen, die mich so gar nicht anmachen, immer länger bleiben, um dann irgendwelchen doofen Touristenbeschäftigungen nachzugehen. Ich würd ja lieber Menschen kennenlernen, als Kartbahnen, Kletterparks und Surferspots abzuklappern.

Und schon sind wir beim Thema, das ich heute eigentlich aufgreifen wollte. Den weniger schönen Seiten eines solchen Trips.

Natürlich ist nicht alles immer eitel Sonnenschein. Ebenso natürlich berichte ich aber lieber von den Sonnenseiten. Aber auch von den Schwierigkeiten möchte ich mal berichten.

So ein Trip ist wundervoll, großartig, aufregend. Aber man kommt auch oft an seine Grenzen,  wenn man sich wie wir aus der Komfortzone herausbewegt. Man muss unkalkulierbare Ärgernisse überwinden, sich täglich seinen Ängsten stellen und auf engem Raum 24/7 miteinander auskommen, was auch bedeutet, dass man sich gelegentlich mal anzickt. Letzteres passiert bei uns meistens an Reisetagen. Da Torsten ja immer fahren muss (der MBulli ist mir einfach zu groß, um ihn durch die engen Serpentinen zu manövrieren), ist er an Fahrtagen meistens grundgenervt (was ich durchaus verstehen kann, die Fahrerei ist als Beifahrer schon Mega anstrengend, als Fahrer natürlich noch mehr) was wiederum dazu führt, dass ich binnen kurzer Zeit ebenso genervt bin, und wenn ich dann meine Angst vor den steil abfallenden Strassenbegrenzungen in den Serpentinenstraßen nicht ganz unter Kontrolle habe und aufschrecke, geht das Gezicke los. Am besten geht man sich dann aus dem Weg. Oder schweigt einfach mal. Dann wird das wieder ?? Im Grunde ist es nicht anders, als zu Hause, wenn wir gemeinsam arbeiten ?

Was uns auch hin und wieder zu schaffen macht ist, diese Heimatlosigkeit. Ich vermisse eigentlich nichts aus Deutschland, aber gelegentlich wünsch ich mir unser eigenes Bett, mit meiner Decke und vor allem unser Sofa herbei. Das Gefühl ist weniger doll, wenn wir in einer schönen Unterkunft sind. Aber wenn man dann in einer abgelebten Wohnung mit durchgesessenen Sofas und Betten für 2 Personen in 140cm Breite landet, vermisst man schonmal seine eigenen . ??? man ist halt doch ganz schön verwöhnt.  Nun, wo wir aber so viele Rucksacktouristen getroffen haben, die auf dem Boden unter dem Sternenhimmel schlafen und deren Sofa der Sand am Strand ist, hab ich mir fest vorgenommen, darüber nicht mehr zu lamentieren, sondern mich zu freuen, dass wir auf unserer Reise überhaupt in Betten schlafen und auf Sofas sitzen dürfen.

Blöd ist auch, dass wir wegen der Hunde nur so wenig Auswahlmöglichkeiten bei den Unterkünften haben, so dass wir nehmen müssen, was wir bekommen, und nicht immer in der Gegend landen, in der wir gerne wären.  Ich hätte nie gedacht, dass es so problematisch ist, mit Hunden adäquate Unterkünfte zu finden.  Aber unsere drei Fellnasen sind nunmal da, also müssen wir uns arrangieren. Trotzdem ist es natürlich schade, wenn man dann in den kalten Norden in die Berge einer Insel muss, obwohl man lieber im warmen Süden am Strand wäre.

Wir müssen uns da wohl angewöhnen, den Wohlfühlfaktor der Unterkunft nicht in unsere Überlegungen mit einzubeziehen, ob diese Insel zu uns passt oder nicht.

Ich hoffe, zumindest der letzte Punkt wird besser, sobald der März und damit die Hauptsaison auf den Kanaren  vorüber sind. Wir haben ohnehin nur noch Gran Canaria und danach Fuerte geplant und gebucht. Danach geht es spontan weiter 🙂

So, nun  wisst ihr, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist, und auch wir uns mit Problemen, Ängsten und Sorgen auseinandersetzen müssen. Trotzdem ist es die beste Erfahrung meines Lebens und ich bereue sie kein Stück 🙂

 

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