An der zweitletzten Station sind wir nun angekommen. Die nächsten zwei Wochen werden turbulent, wir bekommen Besuch, und es ist an der Zeit, sich ein paar Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll.
Das hoppen von Ort zu Ort ist anstrengend und sehr kostenintensiv. Man sehnt sich danach, mal wieder länger an einem Ort zu bleiben. So lange, dass es sich lohnt, die Koffer auszupacken. So, dass man mal wieder eine Adresse hat. Und wenigstens ein bisschen ein Gefühl von „zu Hause“ aufkommen kann.
Und es ist ja auch nun bei weitem nicht so, dass wir uns das herumziehen von Feriendomizil zu Feriendomizil mal eben einfach so leisten können, nein, wir haben ein großes Opfer gebracht: wir haben unser heißgeliebtes und oft vom Mund abgespartes Wohnmobil geopfert. Zugegeben, der Verkauf brachte ein anständiges Sümmchen ein. Im Gegenzug dazu sind die Kosten für Ferienunterkünfte, Fährüberfahrten und Essen außer Haus (wir kochen sehr oft selbst, aber manchmal geht es nicht anders und manchmal ist man auch faul…) auch nicht gerade gering. So ist unser Einsatz recht schnell, recht stark geschrumpft. Aber unser Plan ging auf, es ist noch genug vom Wohnmobil übrig, um uns nun in aller Ruhe die erste Base zu suchen
Wieso die erste? Tjaaaaa… die Sache ist die… wir haben festgestellt, dass es sehr viele Orte gibt, an denen man gerne länger bleiben würde… aber eben nicht für immer. Weil irgendwas fehlt. Dieses irgendwas gibt es dann aber an einem anderen Ort, an dem man auch gerne länger, aber nicht für immer bleiben würde, weil auch dort etwas fehlt. Es gibt Orte, die sind im Winter toll, aber im Sommer unerträglich heiß. Orte, die im Sommer grandios sind, und an denen man im Winter eingehen würde, wie eine Primel, weil es beinahe nur Nacht ist. Und mitten in diese Feststellung laß ich einen Blog. Von einer digitalen Nomaden Familie (wie wir), die worldschooling machen und das mit dem sogenannten Slow-Travelling verbinden. Es ist der Blog von Johanna und Ihrer Familie. Ihr findet ihn unter www.weltnah.de. Johann erklärt das Konzept von worldschooling verbunden mit Slow-travelling sehr eingänglich, lesen lohnt sich!
World Schooling – Was ist das? Bildungssystem der Zukunft oder Verwirklichungsdrang der Eltern?
Slow travelling… da war es, das Wort für meine Gedanken. Für unsere Gedanken. Mal langsamer, mal schneller reisen, je nachdem, wie gut es uns gefällt. Aber immer so lange bleiben, dass man eine Möglichkeit hat, in das Land und die Kultur einzutauchen. Gefällt es uns nicht mehr, ziehen wir weiter…
So eine Reise eröffnet einem eine ganze Welt von Möglichkeiten. Und je länger wir unterwegs sind, umso mehr öffnet sich unser Geist für andere, bis dahin ungedachte Gedanken.