Kopf vs Herz

Ich hab das Gefühl,  mich hier mal wieder austoben zu müssen… In meinem Kopf sind gefühlt eine Million Gedankengänge und keinen kann ich zu Ende denken. Schreiben hilft da immer und oft fangen meine Gedanken beim Schreiben an zu fließen. Also hab ich Hoffnung, dass sie sich nun zu Worten formieren und ich sie zu Ende denken kann.

Kennt ihr das Gefühl?  Innerliche Unruhe,  Gedankenfetzen um immer das gleiche Thema, die zu keinem Ergebnis kommen…. Wenn Gedanken fließen und ihr Ende immer an dem selben,  leidigen Punkt ankommen, obwohl man sie da gar nicht haben will?  Wenn ein unschönes Erlebnis so tief verletzt hat, dass es einfach nicht losgelassen werden kann?

Ja.. Das ist die andere Seite der katy, die ihr kennt… Die dunkle Seite.  Die Seite,  die mich immer wieder auffrisst,  ausbremst und mich davon abhält, unser eigentlich fast perfektes Leben in vollen Zügen zu genießen..

Das ist die katy, die an manchen Tagen einfach vor allem weglaufen möchte…

Leider ist es nicht möglich, vor seinen Erfahrungen wegzulaufen.  Egal an welchem Ort der Welt wir uns befinden, das Erlebte und unsere daraus resuktierenden Erfahrungen,  die schönen und die schlimmen,  werden mit uns reisen.

Sie begleiten uns und wenn es unschöne, nicht bewältigte Erfahrungen sind, zerstören sie unsere Balance…

Eine von vielen solcher Erfahrungen quält mich schon ne geraume Zeit…

Es war eine Weile gut… Als wir auf Reisen waren, waren die Gedanken seltener, ja beinahe verschwunden.. Aber nun, im Alltag,  auch wenn es ein neuer Alltag ist, kommen sie wieder, überrollen mich von hinten und sind leidigerweise einfach da.

Da ich sie nicht möchte,  versuche ich sie loszuwerden.

Aber wie?

Der banalste Weg,  der immer gut funktioniert hat, die Verdrängung..  Den Gedankengang auf eine untergeordnete Gedankenebene schieben und diese mit lautem laaalalalaaala auf der Hauptgedankenebene zu übertönen versuchen.  Verdammtes mehrschichtiges Denken,  denn die untergeordnete Gedankenebene will sich so ganz und gar nicht bekämpfen lassen und brüllt mit lautem „halt die Fresse, ich will gedacht werden“,  dagegen an. Funktioniert also diesesmal nicht und ist, selbst wenn es funktioniert, eh nur von temporärer Dauer..

Was also tun?

Mich mit der Geschichte auseinandergesetzt hab ich mich.. wieder und wieder und wieder… Daran kann es nicht liegen.

Also hab ich Tante Google und Freunde gefragt… anscheinend liegt der Schlüssel zum Vergessen, in der Fähigkeit verzeihen zu können..

Bei Gott,  ich habs versucht… Ich habs laut vor mir hergesagt… Ich verzeihe ihr (der Person)… Ich bin ihr nicht böse…. Ohne sie wäre es nie dazu gekommen,  dass es jetzt ist, wie es ist (und es ist ja verdammt gut, eigentlich fast perfekt, so wie es ist).

Noch während ich das denke oder zu mir selbst sage, und erst recht eben, als ich es geschrieben habe, schreit die untergeordnete Gedankenebene mich auch schon wieder an, dass ich mich grade selbst belüge, ich einen Scheiss verzeihe und bevor ich der Person für irgendwas dankbar bin, friert eher die Hölle ein…

Hier kämpft also eindeutig Kopf gegen ein sehr verletztes Herz..

Möglicherweise bin ich einfach zu nachtragend… obwohl es das nicht sein kann, in allen anderen Bereichen bin ich mit Verzeihen eher sehr großzügig… vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Person wirklich sämtliche Tabus in einer Freundschaft gebrochen hat und sich so dermassen schäbig verhalten hat.

Wenn ich recht überlege ist das, was mich am meisten verletzt,  oder auch ärgert,  die Tatsache, dass die nicht gerade hellste Kerze auf der Torte es tatsächlich geschafft hat, mich zwei Jahre lang hinters Licht zu führen, zu belügen und auszunutzen,  ohne dass ich es bemerkt hatte.. bzw ich habe es bemerkt,  hätte aber eher an eine Wahrnehmungsverschiebung meinerseits geglaubt, als daran, dass es möglich ist, dass es tatsächlich so miese Menschen gibt…

Vielleicht liegt ja der Schlüssel zum vergessen gar nicht darin, dass ich ihr verzeihen muss, sondern mir?

Meine Dämlichkeit, meine Blindheit und meine Gutgläubigkeit?

Wer Weiss…

Ging es euch auch schonmal so? Wie seid ihr damit umgegangen? Ich würde mich über eure Erfahrungen freuen…

(Und wiedermal hat mir Schreiben geholfen und mir einen neuen Lösungsansatz beschert… Auch wenn das jetzt sehr privat war, hoffe ich,  dass es euch trotzdem interessiert hat.. Danke,  dass ihr mitlest ❤.)

 

2 thoughts on “Kopf vs Herz

  1. Hey Katy mir ging es auch schon so ( wem nicht?) Mein komplettes „Weltbild“ über jene Person (-en , es waren zwei, unabhängig voneinander) war so erschüttert das ich mein komplettes Leben, mein Denken und mein Handeln in Frage gestellt habe…
    Ich denke es liegt in der Natur eines jeden sich erlebtes mit eigenen Vorstellungen, Einstellungen , logischen Schlussfolgerungen und und und zu erklären. Aber da diese komplett entgegen dieser handeln bzw sich benehmen kommt man sich total überfordert mit der Situation vor und denkt nur noch das kann doch nicht sein…
    Ich kann nicht behaupten das mir sowas nie wieder passieren kann aber ich weiß das ich viel vorsichtiger geworden bin, was mal negativ und mal positiv endet…Fakt ist das man nichts rückgängig und ungeschehen oder ungesagt machen kann…Man sollte nur für sich selbst entscheiden in wie weit es einen verfolgt und beeinflusst….Habe es mir eine Lehre sein lassen denn auch SAU-schlechte Erfahrungen sind irgendwie Gold wert und lassen uns reifen….
    Du zweifel nicht an dir, ja ja ich sag mir auch ab und zu man bin ich blöd gewesen…aber das gehört dazu.
    Ihr habt euch und lebt euren Traum seid stolz darauf…
    Liebe Grüße, Danila…

    1. Hey Dani,
      Danke für deine lieben Worte. Ja in der Theorie ist es natürlich ganz genauso…aber: Herz gegen Kopf, du kennst das ja 🙂 aber ich denke, es läuft wieder.. manchmal muss man halt einfach mal alles auskotzen, was einen vergiftet… 🙂
      Liebe grüße nach meck pomm, fühl dich lieb umarmt,
      Katy

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